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Rezension: Supervision als Rollenspiel

In seinem aktuellen Buch gibt Tilman Moser Einblicke in seine Arbeit als Supervisor von therapeutischer Arbeit. Insgesamt hat der Autor 13 Therapeuten 'zu Gast', deren Problemfälle er in Einzel- und Gruppensupervisionen vorwiegend mit der Methode des Rollenspiels bearbeitet. Zu Beginn eines jeden Falles werden der Therapeut und dessen Probleme mit seinem Patienten kurz vorgestellt. Während etwa der eine nach dreijähriger Analyse seines Patienten auf der Stelle tritt, hat sich bei dem anderen die ursprüngliche Sympathie zu seinem Patienten in Antipathie umgekehrt. In den Rollenspielen schlüpfen dann die Therapeuten meist selbst in die Rolle ihrer Patienten, um den Gründen für die ausgemachten Probleme auf die Spur zu kommen.

Die Rollenspiele werden sinnvollerweise in Dialogform dargestellt. Zudem werden wichtige Reaktionen der Gruppe wie Gelächter, verschämte Mienen oder Einwände beschrieben. Tilmann Moser entpuppt sich in den Rollenspielen als intuitiver und hartnäckiger Supervisor. Die Spielszenen kommentiert er umfassend, ohne langatmig zu werden. Außerden verrät er dem Leser, wie sich die Arbeit des Therapeuten nach der Supervision bei ihm weiter entwickelt hat. Vergleichbare Publikationen, in der Supervisoren von therapeutischer Arbeit derart detailliert aus ihrer Praxis berichten, sind äußerst rar. Daher ist das Buch fast schon ein Muss, für alle jene, die Therapeuten beraten. Aber auch für die therapeutische Arbeit selbst kann sich der Leser von den beschriebenen Rollenspielen einiges abgucken. Einziges Manko des Buches: die etwas unübersichtlich geratene Einleitung, die aber getrost übersprungen werden darf.

TA-Fazit: Ein hilfreiches Praxisbuch für Therapeuten und Supervisoren.

Dagmar Staab

Tilman Moser: Supervision als Rollenspiel. 157 S., Klett-Cotta, Stuttgart 2007, 19 Euro
Quelle: Training aktuell 08/07, August 2007
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