Selbstverwirklichung im Job

Irregeleitete Sinnsuche

Sinn ist in. Schon vor einigen Jahren hatte ich ein Editorial mit diesen Worten gestartet. Und fürwahr: Der Trend zu der Sinnsuche im Job, das Streben nach Selbstverwirklichung, der Wunsch nach vollkommener Authentizität, nach dem Einklang mit uns selbst ist ungebrochen. Offenbar neigen wir gerade in schwierigen Zeiten dazu, nach dem für uns „wirklich Wichtigen“ zu fragen – und sind somit auch offener für die Selbstverwirklichungsangebote und -botschaften, die der Weiterbildungs- und Beratungsmarkt bereithält.
 

 

Wie positiv ist die Sinnsuche?

So positiv wie die Sinnsuche und der Wunsch nach Selbstverwirklichung im Grundsatz auch sein mögen, die Art und Weise, wie wir Selbstverwirklichung „betreiben“ und ihr huldigen, ist es nicht. Das ist die Schlussfolgerung, die Arbeitsforscher Hans Rusinek zieht. Er hat unser diesmaliges Titelthema geschrieben und sich eingehend mit dem dazugehörigen Narrativ beschäftigt, das unsere moderne Arbeitswelt erzählt: Finde dich selbst, sei du selbst, immerzu authentisch, dann empfindest du Sinn und wirst erfolgreich sein. 
 
Rusinek hat sich auf die Spurensuche begeben und zeigt auf, wie dieses Narrativ entstanden und in unsere Arbeitswelt eingesickert ist. Und er zeigt auf, welche Schattenseiten es hat und warum eine Sinnüberfrachtung – wie sie aktuell bisweilen geschieht – in die Irre führt und sogar schädlich sein kann.  

 

Wie geht Wertschätzung adressatengerecht?

Wertschätzung ist wichtig im Arbeitsleben. Soweit die Binse. Doch Wertschätzung ist nicht gleich Wertschätzung. Vielmehr drücken Menschen ihre Wertschätzung unterschiedlich aus und haben unterschiedliche Präferenzen dahingehend, welchen Ausdruck der Anerkennung sie sich von anderen wünschen. Der eine schätzt eher lobende Worte, die andere Hilfsbereitschaft, ein Dritter fühlt sich wertgeschätzt durch eine materielle Erkenntlichkeit. Schwierig wird es immer dann, wenn man sozusagen aneinander vorbeiwertschätzt, wenn also zwei Personen nicht dieselbe Sprache der Wertschätzung sprechen. Das Konzept „Fünf Sprachen der Liebe“ des US-amerikanischen Pastors, Anthropologen und Beziehungsexperten Gary Chapman kann hier zu Einsichten verhelfen. Entwickelt wurde es freilich für kriselnde Paarbeziehungen, längst ist es aber auf den Arbeitskontext übertragen. 
 
 

Der Beitrag wurde geschrieben von

Nicole Bußmann
Nicole Bußmann, Chefredakteurin von managerSeminare und Training aktuell
26.03.2024
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